Am Donnerstag, dem 16.04.26, tauschten die DS-Kurse der Klassenstufen 9, 10 und 11 das Klassenzimmer gegen die Ränge des Pfalztheaters. Auf dem Programm stand eine ganz besondere Uraufführung: Mary Shelleys weltberühmter Klassiker „Frankenstein“ – als bildgewaltiges Zusammenspiel der Künste.
Die Schöpferin und ihr Monster
Die Inszenierung schlägt eine faszinierende Brücke zwischen Fiktion und Realität. Wir erleben Mary Shelley, die in einer Gewitternacht am Genfer See die Geschichte des ehrgeizigen Wissenschaftlers Victor Frankenstein entwirft. Victor erschafft aus Leichenteilen ein fühlendes Wesen, doch aus Entsetzen über dessen Äußeres verstößt er sein Geschöpf. Was folgt, ist der grausame Rachefeldzug einer Kreatur, die eigentlich nur nach Liebe und Zugehörigkeit suchte.
Besonders spannend: Das Stück verknüpft Shelleys eigene Biografie eng mit ihrem Roman. Die Ebenen vermischen sich – Schöpferin und Werk werden eins.
Tanz, Licht und elektrische Beats
Die Figuren setzten sich auf der Bühne körperlich über den Tanz zusammen, während die Schauspieler ihnen die Worte gaben. Die Ortswechsel gestalteten sich dabei fließend: Ein Kronleuchter genügte, um uns nach Genf zu versetzen, zuckende Lichteffekte erweckten das Labor zum Leben und eine einfache weiße Plane symbolisierte eindrucksvoll den Mont Blanc.
Ein weiteres Highlight war die Live-Band. Genau wie das Monster wurde auch die Musik durch Elektrizität „zum Leben erweckt“ und trieb die Handlung mit atmosphärischen Sounds voran. Beeindruckend war zudem die mehrfache Darstellung der Figuren: Oft sah man verschiedene „Bestandteile“ eines Charakters gleichzeitig – als wären Vernunft, Emotion und dunkle Absichten auf verschiedene Körper aufgeteilt.
Ein Stoff, der aktueller ist denn je
„Frankenstein“ ist mehr als nur eine Gruselgeschichte. Das Stück regt dazu an, über die Gefahren wissenschaftlicher Überheblichkeit und die Verantwortung gegenüber neuen Technologien nachzudenken – ein Thema, das in Zeiten von KI und Genforschung brandaktuell ist.
Auch wenn wir bei der komplexen Inszenierung vielleicht nicht jedes Detail verstanden haben: Die gewaltigen Bilder und die Energie auf der Bühne ließen niemanden kalt. Der Abend endete mit begeistertem Applaus für eine Inszenierung, die uns gezeigt hat, wie modern und lebendig klassischer Stoff sein kann.
Ein herzliches Dankeschön gilt unserem Förderverein: Dank eines großzügigen Zuschusses zur Busfahrt wurde der Eigenbeitrag für uns alle deutlich gesenkt. Vielen Dank für die tolle Unterstützung!











